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10. mai 2025
Wann braucht man ein EZA-Regelungskonzept bei PV-Anlagen?
Was ist ein EZA-Regler und wann ist er Pflicht?
Ein EZA-Regler (Erzeugungs- Anlagen- Regler) ist ein zentrales Steuerelement fĂ¼r grĂ¶ĂŸere Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen), das die Einhaltung der Netzanforderungen sicherstellt. Ab einer AC-Leistung von 135 kW ist ein EZA-Regler mit Komponentenzertifikat gesetzlich vorgeschrieben – unabhängig davon, ob ein Anlagenzertifikat Typ B durch den Anlagenzertifizierer oder den Netzbetreiber erstellt wird. Bereits ab niedrigeren Schwellen (z.B. bei Direktvermarktungspflicht, häufig ab 100 kW AC-Leistung) kann ein EZA-Regler als Schnittstelle zum Direktvermarkter notwendig sein. Die genauen Schwellenwerte können sich ändern und sollten stets aktuell geprĂ¼ft werden.
Wie ist das Regelungskonzept aufgebaut?
Das Regelungskonzept einer PV-Anlage mit EZA-Regler besteht aus mehreren zentralen Komponenten:
  • Netzanschlusspunkt: Hier wird die PV-Anlage Ă¼ber einen Leistungsschalter ans Netz angeschlossen.
  • Strom- und Spannungsmessung: Am NetzverknĂ¼pfungspunkt werden Strom und Spannung gemessen, meist Ă¼ber Messwandler und digitale Messgeräte (z.B. Janitza UMG604).
  • Industrie-Steuerung: Die Messwerte werden an eine Industrie-Steuerung (z.B. aus der Beckhoff CX-Reihe) weitergeleitet, die die Daten verarbeitet und die Regelung Ă¼bernimmt.
  • Kommunikation: Die Anbindung an Netzbetreiber (EVU) und Direktvermarkter erfolgt meist digital Ă¼ber standardisierte Protokolle (IEC 101, 104) und gesicherte Verbindungen (z.B. VPN).
  • Soll- und Ist-Werte: Der EZA-Regler erhält Sollwerte fĂ¼r Wirkleistung (P) und ggf. Blindleistung (Q) von EVU und Direktvermarkter und sorgt dafĂ¼r, dass diese am NetzverknĂ¼pfungspunkt eingehalten werden (Closed-Loop-Control).
  • Fernwirktechnik und Gateways: FĂ¼r grĂ¶ĂŸere Anlagen (>1 MW) ist häufig auch die RĂ¼ckmeldung von Schaltzuständen (z.B. Leistungsschalter offen/geschlossen) an den Netzbetreiber vorgeschrieben. Dies geschieht Ă¼ber zusätzliche Gateways und Schutzgeräte (Q-Schutz).
  • Integration weiterer Technologien: Auch Batteriespeicher oder Windturbinen können in das Regelungskonzept eingebunden werden
Warum ist Standardisierung so wichtig?
Netzbetreiber erwarten standardisierte Schnittstellen und Signallisten, um die Vielzahl unterschiedlicher Anlagen effizient verwalten zu können. Individuelle Lösungen erschweren die Integration und den Betrieb, daher werden einheitliche Kommunikationsprotokolle und Datenpunktlisten gefordert.
Was ist der Unterschied zwischen Closed-Loop und Open-Loop Control?
  • Bei Closed-Loop-Control werden Ist-Werte am NetzverknĂ¼pfungspunkt gemessen und mit den Sollwerten verglichen. Die Steuerung passt die Anlage dynamisch an, um die Vorgaben einzuhalten.
  • Bei Open-Loop-Control gibt es keine RĂ¼ckmeldung der Ist-Werte; die Sollwerte werden direkt an die Wechselrichter weitergegeben, was weniger präzise ist und nicht den Anforderungen fĂ¼r grĂ¶ĂŸere PV-Anlagen entspricht.
Fazit
Das EZA-Regelungskonzept ist komplex und variiert je nach Netzbetreiber, AnlagengrĂ¶ĂŸe und angebundener Technologie. Ab 135 kW AC-Leistung ist ein zertifizierter EZA-Regler Pflicht, oft schon frĂ¼her bei Direktvermarktung. Standardisierte Schnittstellen und eine zuverlässige Mess- und Steuerungstechnik sind entscheidend fĂ¼r einen sicheren und regelkonformen Netzbetrieb. Tipp: Wer sich nicht selbst um die Umsetzung kĂ¼mmern möchte, kann sich fĂ¼r eine individuelle Beratung und Projektumsetzung an einen unserer Experten wenden.
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